Anamnese vorab: online, am Tablet, oder per Foto
Wie OrdoMed Patienten nach der Online-Buchung den Anamnese-Fragebogen schon zu Hause ausfüllen lässt — und was vor Ort am Tablet möglich ist.
Anamnese-Fragebögen sind einer der größten Zeitfresser im Praxisalltag — und gleichzeitig eine der wertvollsten Datenquellen für ein gut vorbereitetes Erstgespräch. Mit dem heutigen Release bringen wir drei Wege, einen Anamnese-Bogen vor dem Termin zu erledigen, statt im Wartezimmer.
Drei Wege zur Anamnese
Die zentrale Idee: pro Leistung in Ihrem Katalog können Sie einen Fragebogen hinterlegen. Bucht ein Patient diese Leistung online, geht der Flow automatisch los.
- Smart-Link nach der Buchung. Die Bestätigungs-Mail enthält einen einmaligen, 14 Tage gültigen Link. Der Patient klickt, sieht den Fragebogen, bestätigt die DSGVO-Einwilligung, schickt ab. Kein Login, kein Passwort.
- Tablet-Kiosk im Wartezimmer. Sie koppeln ein Tablet einmal mit einem 6-stelligen Pairing-Code an Ihre Praxis — dann zeigt es automatisch die heutige Patientenliste. Mitarbeiter wählt aus, reicht das Tablet weiter. Nach Submit reset-et die Session, kein anderer Patient sieht je fremde Antworten.
- KI-Foto-Übernahme. Hat der Patient schon einen ausgefüllten Papierbogen dabei? Foto machen, hochladen, Claude Vision überträgt die Antworten in das digitale Formular. Der Patient prüft, korrigiert, bestätigt.
Wie das rechtlich aufgesetzt ist
Anamnesedaten sind „besondere Kategorien personenbezogener Daten“ nach Art. 9 DSGVO. Das ist die sensibelste Klasse, die ein System überhaupt verarbeiten kann. Wir haben den Fluss entsprechend konservativ gebaut:
- Granulare Einwilligungen. Eine Checkbox für die Datenverarbeitung nach Art. 9 DSGVO — und nur wenn die KI-Foto-Funktion aktiv ist, kommt eine zweite, separate Checkbox für die KI-Verarbeitung. Der Volltext der Einwilligung wird im Audit-Log als Snapshot abgelegt; spätere Edits am Default-Text ändern nicht rückwirkend, was der Patient akzeptiert hat.
- 10-Jahre-Aufbewahrung. § 51 Abs. 3 ÄrzteG — ist als Default voreingestellt und pro Fragebogen konfigurierbar.
- Versionierung. Wenn Sie einen Fragebogen ändern, der bereits Antworten hat, bumpen wir die Version. Antworten behalten einen Snapshot der Fragen, gegen die sie ausgefüllt wurden — sodass auch nach Jahren nachvollziehbar bleibt, welche Frage der Patient genau beantwortet hat.
- Rollen-Zugriff. Inhaber und Ärzte haben immer Zugriff. Ob Assistenz oder Therapeuten Anamnesen einsehen dürfen, stellen Sie pro Praxis ein.
- Audit-Log. Jede Abgabe wird mit IP, User-Agent und Zeitstempel geloggt — tenant-isoliert, append-only.
Die KI-Foto-Übernahme im Detail
Wie es funktioniert
Das Foto wird an Claude 3.5 Sonnet Vision gesendet, zusammen mit dem strukturierten Fragenkatalog des digitalen Formulars. Das Modell extrahiert Antworten und mappt sie auf die Frage-IDs — mit Konfidenz-Score pro Antwort. Werte mit niedriger Konfidenz lassen wir leer, statt zu raten. Der Patient bestätigt das Ergebnis, bevor es gespeichert wird.
Wichtig: Das Foto selbst wird nicht persistent gespeichert. Was in die Akte landet, sind die extrahierten Antworten plus die Einwilligung, dass das Foto durch die KI verarbeitet wurde.
Was Sie jetzt tun müssen
- In Einstellungen → Anamnese einen Fragebogen anlegen. Frei konfigurierbar: Kurztext, Langtext, Skala, Ja/Nein, Einfach-/Mehrfachauswahl, Zahl, Datum.
- Bei Bedarf die KI-Foto-Übernahme für diesen Fragebogen aktivieren.
- In Einstellungen → Anamnese → Leistungs-Zuordnung dem Fragebogen eine oder mehrere Leistungen aus Ihrem Katalog zuweisen.
- Optional: in Tablet-Kiosk ein neues Tablet anlegen, den Pairing-Code auf dem Tablet unter
/kioskeingeben — fertig.
Für Praxen
Sehen Sie sich die Detailseite an — mit allen Funktionen, Rollen und Compliance-Pflichten.
Feature-Übersicht →Compliance
DSGVO Art. 9, § 51 ÄrzteG (10-Jahre-Aufbewahrung) und granulare KI-Einwilligung — ab Werk eingebaut.
Datenschutz →Was als Nächstes kommt
In den nächsten Iterationen werden wir den Foto-Upload pro Frage (z.B. für Hautläsionen-Mappings), eine richtige Touch-Signatur am Tablet und automatische Wiederverwendung früher abgegebener Antworten („übernehmen aus letzter Anamnese vor 3 Monaten“) ergänzen.
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